MUSIYE

Was soll nur aus mir werden?

Eine Frage, die sich viele stellten.
Musiye auch. Als er 1989 in Friedrichshafen geboren wurde, hatten seine Eltern bereits eine Odyssee von Eritrea in Ostafrika, bis ins vergleichsweise frostige Deutschland hinter sich. Der in Eritrea herrschende Bürgerkrieg hatte sie zu diesem risikoreichen Unternehmen getrieben. Doch trotz des Privilegs in Deutschland aufzuwachsen, verschlug es Musiye bereits in jungen Jahren auf seine eigene Odyssee.

Es gab nicht viel, was ein Junge auf der Suche nach Anerkennung auf dem Pausenhof machen konnte. Die Jugend am verschlafenen Bodensee war apathisch. Vielleicht schon depressiv. Funktioniere, oder verliere. Musiye konnte funktionieren, wollte es aber nicht. Zu laut schlug das Künstlerherz bereits damals in seiner Brust.

Die vollgekritzelten Textzettel in seinem Zimmer häuften sich im Laufe der Jahre, ebenso wie du Zahl der Schulen, die ihn verwiesen hatten, weil er sich von nichts und niemanden den Mund verbieten lassen wollte. Das Resultat seiner Irrfahrt von Pausenhof zu Pausenhof war ein ausgeprägtes Gespür für die unterschiedlichen Mikrokosmen querbeet durch die deutsche Gesellschaft. Ob auf Technoparties der Tag zur Nacht gemacht wurde, oder mit Indierockern die Nacht zum Tag, sollte der Rausch Musiyes stetiger Wegbegleiter sein. Doch wie hilfreich war ein Wegbegleiter, der nicht vor dem Abgrund warnte?

Leicht schüttelte er den Kopf, als er einen Zug vom Joint nahm, so als hätte ihm diese Frage eben wirklich jemand laut gestellt. Wie ein Schicksalsschlag war es, als Jaysus damals Musiyes erste Songs hörte und überzeugt war von seinem Talent, trotz der schäbigen Aufnahmequalität. Man konnte den Songs den Hunger anhören.

Jaysus machte ihn zu einem Teil seines Teams und so zog Musiye durch das Land, sah die größten Bühnen des Landes, hatte seine ersten Gastauftritte auf Jaysus Alben und sammelte Erfahrung. Er wurde vertraut mit einer Welt, in der es vor dem Vorhang glänzte und hinter dem Vorhang rutschte. Eines war sicher. Musiyes Weg sollte ihn durch eine Welt führen, die sich noch nicht entschieden hatte, ob sie ihm zum Freund oder Feind werden würde.Was jedoch nicht sicher war, war das Ende seiner Reise. Erwarteten ihn Ruhm und Reichtum, oder Spott und Neid?
Nur er selbst war seines Schicksals Schmied. Fortsetzung folgt....